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Warum auf dem Jakobsweg pilgern?

Vorwort:

Wie Recht Johann Wolfgang Goethe doch in seinem Werk „Spaziergang nach Syrakus“ hat. Gerade das Gehen eröffnet für jeden Menschen Möglichkeiten des Durchatmens, sich den eigenen Herausforderungen neu zu stellen.  In Ruhe und ohne Ablenkung, konzentrierend auf den eigenen Takt des Gehens, eröffnet es den Raum sich bewußt zu werden, das Wege auch Ziele sein können und genau darin neue Perspektiven für die Lebensgestaltung liegen können.  Nicht nur Goethe wusste das; unzählig viele andere sind seit Anbeginn der Menschheit immer wieder Wege gegangen, um Versöhnung zu suchen, Erlebtes zu vergessen, anderen Menschen und vor allem sich selbst zu begegnen, große Räder in der Welt zu drehen oder auch ganz dieser einmal für ein paar Tage den Rücken zuzukehren. Das Gehen ist auch eine bewährte Art mit Gott in Berührung zu kommen – dann sprechen wir auch von pilgern.
Gerne möchten wir im Jahr der Barmherzigkeit diese Begegnung mit Gott suchen und auf die Pilgerschaft gehen. Ausgesucht haben wir uns einen Teil des portugiesischen Jakobsweges von Porto nach Santiago. Junge Erwachsene im Alter von 25 bis 45 Jahren laden wir ein, vom 01. bis 08.10. aufzubrechen, und die alte, 101 km Pilgerstrecke mit uns zu laufen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht die sagenhaften alten Städte und Orte mit Ihren Jahrhunderten langen oder noch älteren Geschichte. Vielmehr möchten wir im gemeinsamen Laufen, in Gottesdienst und Stille, im Atmen des Geistes der aller Pilgerinnen und Pilgern die diesen Weg schon liefen Gott, begegnen.

Martin Sauer (Pfarrer) 

Wer ist dieser Jakobus...?

Jakobus, auch Jakobus der Ältere genannt, war der Sohn des Fischers Zebedäus und der Salome. Er gehörte zusammen mit seinem Bruder Johannes und dem Brüderpaar Petrus und Andreas, zu den von Jesus ersterwählten Aposteln. Sie zeichneten sich durch besondere Nähe zu ihm aus. Nach Christi Himmelfahrt wurden alle Jünger zu Aposteln und bekamen den Auftrag, das Wort Gottes in die Welt zu tragen.
Der Legende nach war seine Aufgabe, die Iberische Halbinsel zu christianisieren. Nachdem dieser Versuch scheiterte, kehrte er nach Jerusalem zurück und wurde im Jahre 44 n. Chr. im Auftrag Herodes Agrippa I. enthauptet.
Nach der „Legenda Aurea “ von Jacobus de Voragine, dem wichtigsten religiösen Volksbuch des Mittelalters, wurden Jakobus Kopf und Rumpf aufs freie Feld geworfen, damit die Teile von wilden Tieren gefressen werden konnten. Doch Jünger brachten die sterblichen Überreste zu einem Schiff, das Jakobus und seine Jünger unbemannt nach Iria Flavia in Galicien brachte. Dort angekommen legten sie den Apostel auf einen Stein, der sich zu einem Sarg formte. 

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Der Portico de la Gloria

Wenn du die Kathedrale betrittst empfängt dich dieses wunderbare Werk der Romanik, das die Geschichte der Erlösung zeigt.
Links die Vision der Wiederkunft Christi, symbolisiert durch vier Propheten des Alten Testaments.
Rechts die Verkündigung Christi durch vier Apostel aus dem Neuen Testament. In der Mitte Christus in der Glorie. Er ist der Heilige, der Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Hohepriester.
Er öffnet das Tor zur Herrlichkeit. Er bringt uns in Verbindung mit dem Leben. Durch ihn treten wir ein in das wahre Leben aus dem Glauben.
In der Mittelsäule Jakobus, der Apostel, der Gesandte Christi. der uns diesen Glauben überbrachte. Durch dieses Tor, das Christus ist, tritt ein im Glauben – mit den Worten „Ich glaube an den einen Gott…“

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Die Umarmung des Apostels

Jetzt richtet sich unser Blick zum Hochaltar; wir gehen rechts an ihm vorbei und steigen hinauf zur Umarmung des Apostels, der dem Gotteshaus vorsteht.
Danke, lieber Freund und Bruder Jakobus, dass du mir geholfen haste hier anzukommen!
Danke für deine Person, für deine Begleitung, für dein Zeugnis, für dein Vermächtnis.

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Das Grab des heiligen Jakobus

Unter dem Altar befindet sich die Krypta, das eigentliche Ziel des Jakobsweges: die Mauern, die den Schrein mit den Überresten des Apostels umschließen. „… und du bist hier
heiliger Jakobus, an diesem äussersten Ort der Welt. Bis hierher bist du gekommen, um Christus zu verkünden; hier bleibst du, um unsere Suche und unseren Glauben zu beleben. Stärke meinen Glauben, mein christliches Leben, das so oft droht mverloren zu gehen. Du die Kraft, du die Unerschrockenheit, du der Donnersohn.“ 

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Das Sakrament der Versöhnung

Du siehst die Beichtstühle, die in der ganzen Kathedrale verteilt bereitstehen für die Beichte in verschiedenen Sprachen. Auf dem Weg hast du deine Verletzungen, deine Untreue, deine Sünden erkannt. Im Sakrament der Versöhnung kannst du deion Leben und deine Sünde in die liebevollen und heilenden Hände Christi legen, denn Er macht dein Leben neu Barmherziger Gott, durch deine Güte, durch dein unermessliches Mitgefühl löschst du meine Schuld aus.
„Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist!“ (PS 51,12)e.

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Die Pilgermesse

„Wir Pilger aus aller Welt,
aus allen Sprachen,
wir haben uns in der Eucharistie um deinen Altar versammelt,
o Herr.
Mit Jakobus setzen wir uns mit Dir zusammen,
um mit dir vereint zu sein,
um auf dich zu hören, dich zu verstehen,
um von Dir Nahrung und Kraft zu erhalten durch dein Leben,
durch deinen Leib.“ 

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Der neue Lebensweg

Nach der Messe verlasse die Kathedrale durch das Südportal, die Puerta de las Platerias.
Betrachte diese Fassade! Über der Mittelsäule, zwischen den Bögen der beiden Portale befindet sich ein Chrismon als Christus-Symbol.
Aber die Buchstaben stehen umgekehrt. Alpha und Omega sind vertauscht. Das Ende wird zum Beginn. Das Ziel des Weges ist jetzt der Anfang des neuen Weges, des neuen
Lebens, das jetzt beginnt.

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Die heilige Pforte

Im Jahre der Barmherzigkeit bekommt die heile Pforte (Puerta Santa) eine besondere Bedeutung.
Während des Heiligen Jahres designiert der Papst besondere Pilgerorte, um Ablässe zu erhalten, über die vier Heiligen Pforten Roms hinaus. Für das Heilige Jahr der Barmherzigkeit sind es die Heiligen Pforten in den Kathedralen jeder Diözese, sowie in anderen, von den Diözesanbischöfen ausgewählten Kirchen. Es sind Pilgerorte für die Gläubigen und sie sind Teil der Gewinnung des vollkommenen Ablasses. Franziskus schrieb in seinem Brief über den Ablass im Heiligen Jahr:
„Ebenso lege ich fest, dass der Ablass auch erlangt werden kann in den Wallfahrtskirchen, wo die Pforte der Barmherzigkeit geöffnet wurde, sowie in den traditionell als Jubiläumskirchen ausgewiesenen Gotteshäusern. Es ist wichtig, dass dieser Moment vor allem mit dem Sakrament der Versöhnung und der Feier der heiligen Eucharistie einschließlich einer Reflexion über die Barmherzigkeit verbunden ist. Es wird nötig sein, dass diese Feiern das Glaubensbekenntnis ebenso umfassen wie das Gebet für mich und für die Anliegen, die mir am Herzen liegen zum Wohl der Kirche und der ganzen Welt.”

Offene Hl Pforte von Innen

Den Ablaß im Heiligen Jahr gewinnen

Die Glaubenslehre und Ausübung des Ablasses ist in der Kirche eng mit dem Sakrament der Versöhnung ( Beichte) verbunden. „Der Ablass ist Erlass einer zeitlichen Strafe vor Gott für Sünden, die hinsichtlich der Schuld schon getilgt sind. Ihn erlangt der Gläubige, der recht bereitet ist, unter genau bestimmten Bedingungen durch die Hilfe der Kirche, die als Dienerin der Erlösung den Schatz der Genugtuungen Christi und der Heiligen autoritativ austeilt und zuwendet… Ablässe können den Lebenden und den Verstorbenen zugewendet werden.“
(aus: Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 1471).

Voraussetzungen für die Erteilung des Ablasses im Heiligen Jahr:
1. Besuch der Kathedrale und des Apostelgrabes
2. Sprechen eines Gebetes, zumindest das Glaubensbekenntnis, Vaterunser und ein Gebet in den Anliegen des Papstes. Mitfeier der Hl. Messe.
3. Beichte und Kommunion 15 Tage vor oder nach dem Besuch der Kathedrale
Der Ablass kann gemäß den Richtlinien der Katholischen Kirche auch zu anderen Zeiten durch die Ausübung frommer Akte erlangt werden.
Fragen zum Ablass-Verständnis beantworten auch die Priester der deutschen Pilgerseelsorge in Santiago (Beichtstuhl Nr. 7).

Oder fragt unseren Pfarrer Martin Sauer.

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Adresse

Kath. Pfarrei Sankt Margareta
Sieringstr. 1
65929 Frankfurt Unterliederbach

Kontakt

Email:
pfarrbuero@margareta-frankfurt.de