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Gedankenspiel

von Pontevedra nach Briallos - Datum: 4. Oktober 2016

Immerwieder überlegen ob wir es schaffen am übernächsten Tag bis zum Kloster Herbón zu kommen.
Dort in der Herberge San Antonio, die im Franziskanerkloster von Herbón ihre barmherzige Dienste für Pilger anbietet, erwartet uns eine bemerkenswerte Herberge. Sie ist gänzlich anders Strukturiert wie gewöhnliche. Hier wird der Pilger herzlichst empfangen, bekommt einen Übernachtugnsplatz zugewisen, ein gemeinschaftliches Abendesse, tolle Gespräche auf der Terasse des Klostergartens und ein Frühstück zur Kräftigung für die nächste Etappe. Mit einem persönlichen Pilgersegen wird jeder Pilger früh morgens verabschiedet.
Dafür wollen die Hospitaleros nur eine Spende, eine Spende die so hoch sen sollte wie es jeden einzelnen der Aufenthalt Wert gewesen ist. Eine Herberge auf 'Donativobasis' halt.

Wie die Jünger unterwegs… Eine besondere Herberge-Gedankenspiel   -    Datum: 04.10.2016

 Eine ganze Weile beschäftigt mich der Gedanke ob wir am  Abend in der Hergerbe (Alberge) San Antonio, im Franziskanerkloster von Herbón übernachten dürfen. 
- Diese Herberge finanziert sich aus Spenden (Donativo) die Pilger hinterlassen.
Dafür erhalten sie: Herzliche Ankunft, Abendeseen, tiefsinnige Gespräche, Übernachtung, Frühstück, Pilgersegen zum Abschied. -

Die Chancen dazu, zu dieser Jahreszeit, stehen nicht mal schlecht. Zumal ein Anruf bei Felix (hospitalero) der mir bestätigt das in den letzten Tagen nicht allzuviele Pilger halt machten. Die Pilgerhochsaison geht wohl langsam zu Ende. Trotz dieser positiven Einschätzung, male ich mir gedanklich aus wie schön es doch wäre dort unterzukommen. Naja, denke ich mir, ist ja gar nicht so schlimm. Sind doch die Herberge von Pontecesures 2km vorher und die von Padrón 2km danach noch in einer angenehmer Zeit erreichbar. 
So gestaltet sich dieser Tag anders wie geplant. Ihr wisst ja, nach der Planung kommt das Verwerfen dieser Planung.

So war es auch heute so. Einer unserer Teilnehmer hatte sich in der Nacht wohl ein Virus geholt und war die ganze Nacht unpässlich und an diesem Morgen nicht entsprechend ausgeruht und sogar etwas unterkühlt. So gings tagsüber nicht besser und von unterwegs musste ein Fahrzeug organisiert werden damit wenigstens ein Teil der Strecke überbrückt werden konnte. Nach einem Gespräch mit Felix und ankündigen das jemand der krank sei mit dem Auto die letzten paar km in der Herberge ankommen würde, war ich total beruhigt. 
Nun hiess es weiter zu laufen und in Pontecesures auf alle Pilger von uns zu warten. Klar wer kam wieder als letzter an? Meine Wenigkeit.
Waren doch die Gespräche mit Einheimischen unterwegs etwas länger geworden.

Ich bat alle die bereits in Pontecesures am Treffpunkt waren, das sie ab da die rote Pfeile Richtung Alberge San Antonio nehmen sollten und nicht mehr auf mich zu warten, war es bereits doch 16 Uhr geworden. Um diese Uhrzeit macht die Herberge auf und alle Pilger die davor warten werden aufgenommen. Nach dem Motto: Wer zuerst da ist kommt zuerst rein. Nichts wird reserviert.

Zu viert kamen die letzten gegen 17:00 Uhr als letzte in die Herberge an, wo Felix und Toni (hospitaleros) bereits auf uns warteten und sich freuten mich zu treffen. Doch am heutigen Tage war die Herberge bereits mit 12 andere Pilger belegt und wir waren zehn zusätzliche. So mussten zwei von uns separat im Vorraum der Herberge auf Matrazen schlafen anstatt in den bequemem Hochbetten. 
Unser ledierter Teilnehmer schlief den ganzen Nachmittag und Nacht hindurch. Kein Abendessen und kein Tagesimpuls. Es war nicht möglich. Mit den wenigen medizischen Hilfsmittel und viel Tee kümmerten wir uns alle darum das es bald besser wurde.

In der Zwischenzeit und nach dem Duschen, das war lustig, denn nur zwei Duschen und jede Menge Leute machten den Durchvorgang doch zur Wartepartie mit vielen dumme Sprüche aber auch mit interessante Gespräche. Ein kleiner Spaziergang im Klostergarten, Besuch eines kleine Shops das die Mönche betreiben, der Besuch der Messe in der unser Pfarrer Mitzelebrant war bis hin zum gemeinsamen Abendessen, verging die Zeit wie im Nu.  Der große Tisch im Aufenthaltsraum (samt Küche) war gedeckt, so wie im richtigen Restaurant. Zum Abendessen gabs eine leckere Kartoffelsuppe mit Fleischeinlage und davor ein frischer grüner Salat. Ausser Wasser gabs auch Wein zum trinken.Übrigens, das Essen wird von den Hospitaleros täglich zubereitet und die Pilger waschen und trocknen dann das Geschirr ab.

Später am Abend wurde auf der Terrasse im Hinterhof der Herberge viel geredet, viele nette Menschen kennengelernt und festgestellt das am heutigen Tag 18 von 22 Pilger aus Deutschland kamen. Die anderen vier waren aus Brasilien, USA, UK und Portugal. 
Zum Abschluss des Abends und mitten in den Schatten der Mauern des Kloster, wurde eine Queimada organisiert. Die Queimada ist etwas typisches und nur in Galizien/Spanien so richtig gelebt.  Gilt es doch in den dunklen Nächten die böse Geister und Hexen zu verteiben damit der Mensch ohne Angst einschlafen kann. Ein sehr mystisches Unterfangen. Mitzuhilfenahme einen Feuers und einen Zauberspruch wird die Queimada zubereitet und alle Anwesende die davon trinken werden vom Fluch der Hexen befreit.

... dis nacht war kurz... zu kurz!

Hocherfreut waren wir über das Lächeln unseren kranken Teinnehmer. Das lange schlafen und die Ibu's800 haben etwas geholfen. Gott sei Dank!
Relativ früh morgens, nach einen leckeren Frühstück mit Geburtstags Schokotorte und den Tagesimpuls vor der Klosterkirche pilgerten nun wir alle Richtung Santiago de Compostela.

Juan


Hexen-Spruch: Queimada

Galicisch

Mouchos, coruxas, sapos e bruxas.Demos, trasgos e diaños,
espritos das neboadas veigas.
Corvos, píntigas e meigas,
feitizos das manciñeiras.
Podres cañotas furadas,
fogar dos vermes e alimañas.

Lume das Santas Compañas,
mal de ollo, negros meigallos,
cheiro dos mortos, tronos e raios.

Oubeo do can, pregón da morte;
fuciño do sátiro e pe do coello.
Pecadora lingua da mala muller
casada cun home vello.

Averno de Satán e Belcebú,
lume dos cadáveres ardentes,
corpos mutilados dos indecentes,
peidos dos infernais cus,
muxido da mar embravescida.
Barriga inútil da muller solteira,
falar dos gatos que andan á xaneira,
guedella porca da cabra mal parida.

Con este fol levantarei as chamas
deste lume que asemella ao do Inferno,
e fuxirán as bruxas a cabalo das súas escobas,
índose bañar na praia das areas gordas.
¡Oíde, oíde! os ruxidos que dan
as que non poden deixar de queimarse
no augardente quedando así purificadas.

E cando este brebaxe baixe polas nosas gorxas,
quedaremos libres dos males da nosa ialma
e de todo embruxamento.

Forzas do ar, terra, mar e lume,
a vós fago esta chamada:
si é verdade que tendes máis poder que a humana xente,
eiquí e agora, facede cos espritos dos amigos que están fóra,
participen con nós desta queimada. 

weitere Infos auf deutsch: https://de.wikipedia.org/wiki/Queimada

Adresse

Kath. Pfarrei Sankt Margareta
Sieringstr. 1
65929 Frankfurt Unterliederbach

Kontakt

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pfarrbuero@margareta-frankfurt.de