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Wie die Jünger unterwegs

von Herbón nach Santiago de Compostela - Datum: 6. Oktober 2016

5. Fünfter Tag :
„Brannte uns nicht das Herz“.
Thema : Aufbruch 

Tagesimpuls:
Aufbruch

Thema: Aufbruch

Heute Morgen wurden wir sehr beunruhigt durch einige Frauen, die zu uns gehören. Schon von Sonnenaufgang waren sie zum Grab gegangen; aber der Leichnam Jesu war nicht mehr da. Die Frauen erzählten, ihnen seien Engel erschienen, die sagten: "Jesus lebt!" Einige von uns sind gleich zum Grab gelaufen. Es war tatsächlich leer, wie die Frauen berichtet hatten. Aber jesus haben sie nicht gesehen. Darauf sagte Jesus zu ihnen:"Wie wenig versteht ihr doch! Warum begreift und glaubt ihr nicht, was die Propheten gesagt haben? Musste Christus nicht all das erleiden bevor Gott ihn zum Herrn über alles einsetzt?" Dann erklärte Jesus, was in der Heiligen Schrift über ihn gesagt wird - von den Büchern Mose angefangen bis zu den Propheten. inzwischen waren sie kurz vor Emmaus, und Jesus tat so, als wolle er weitergehen. Deshalb drängten ihn die Jünger:"Bleib doch über Nacht bei uns! Es wird ja schon dunkel:"So ging er mit ihnen ins Haus. Als sie sich zum Essen niedergelassen hatten, nahm Jesus das Brot, dankte dafür, teilte es in Stücke und gab es ihnen. Da plötzlich erkannten sie ihn. Doch er verschwand vor ihren Augen.

Wie die Jünger unterwegs... Tag5

Die letzte Etappe ist auch die längste, 25 km wenn wir in Padrón starten, 27km wenn es in Pontecesures ist.
Nach überschreiten des Flusses «Rio Ulla» nach Pontecesures rückt Padrón näher. In Padrón erreichen wir einen der bedeutendsten und bekanntesten Orte für jede Jakobuspilgerwanderung. Der Legende nach soll der Leichnam des Apostels Jakobus von hier aus nach Santiago de Compostela mit einem Ochsenkarren transportiert worden sein, nachdem der Tote mit Hilfe seiner treuen Gefährten von Palästina auf dem Schiffsweg bis nach Padrón in Spanien gelangte. In der Jakobskirche von Padrón weisen Wandbilder auf das geschichtsträchtige Ereignis hin. Hier haben wir die Möglichkeiut zu einer Eucharistiefeier und besonderen Besuch auf dem Altar um die Anlegestelle des Bootes mit dem Leichnam von Jakobus zu betrachten. Nach dem überqueren der Brücke können wir das Karmeliterkloster «Convento do Carmen» auf der Westseite des Flusses Sar besuchen. Einen Café und eine kleine pause bevor es 196 Stufen hoch zur Statue des hl. Apostel geht ist bestimmt drin. Oben auf dem Hügel können wir den Tag mit einen Gebet weiterführen. Vorbei an der Basilika von Iria Flavia, die Kirche von Exclavitude und durch Wälder und Felder bis nach Milladoiro zur Ortskapelle geht es weiter. Zuerst fast eben, später leicht hügelig erreichen wir auf wenig befahrenen Orts- und Nebenstraßen die 260 Meter über dem Meeresspiegel gelegene Pilgermetropole. Die dichtere Bebauung auf den letzten 10 Kilometern lassen schon die Nähe der Heiligen Stadt erahnen und damit wächst auch die innere Anspannung zum Ende der Tour. Von Südwesten kommend erreichen wir - am «Parque da Alameda» vorbei - die Altstadt von Santiago de Compostela und über die Rúa do Franco gelangen wir zum großen Platz vor der Kathedrale (Praza do Obradoiro). Mit Genugtung und Erleichterung betreten wir das riesige Kirchengebäude, dessen Ursprung in der heutigen Form auf das Jahr 1075 zurückgeht. Erstmalig im Jahr 830 wurde an dieser Stelle - nach der Wiederentdeckung des Jakobusgrabes - eine Vorgängerkirche errichtet. Für alle hier Ankommenden ist nicht nur die obligatorische Pilgermesse, das Wiedersehen mit vielen Mitpilgern auf dem großen Platz, sondern auch die Erforschung und Besichtigung der kulturträchtigen Stadt mit ca. 100.000 Einwohnern ein Event, das tiefgreifende Eindrücke hinterlässt. Wir verbleiben für ein paar Tage in Santiago de Compostela und werden hier vor Ort besondere mittelalterliche Stätten/Lirche/Strassen uns anschauen und besuchen. Höhepunkt ist die Pilgermesse die zweimal täglich stattfindet. Eine um 12:00h und dann um 19:30h. Die Umarmung des hl. Jakobus und ein Gebet an dessen Grab, ist eine selbstvertändlichkeit. 

Wie die Jünger unterwegs… Teil 5   -    Datum: 06.10.2016

Ich bin Kestrel. ich bin der vierte von links. Ich lehne mit meinen Mitarbeitern an der Wand der Kapelle Santa Magdalena kurz vor Santiago. Die Träger haben uns hier kurz abgesetzt, weil sie vor dem letzten anstrengenden Stück von Milladouro nach Santiago nochmals kurz ausspannen möchten. Wie? Naja bei einem kühlen Bierchen und dem restlichen Proviant. Die haben ja auch schon einiges hinter sich. Doch ich fange von vorne an.... 

Es war noch dunkel als alle vor der wunderbaren Kirche des Klosters Herbón vor dem alten Cruceiro standen und den letzten Impuls bekamen. Wie so oft waren noch andere Pilger dabei. Diesmal Kristina aus Bockenheim und Dorothea aus Aschaffenburg. Es ging um die Frage, wovon mein Herz nach diesen Tagen nun erfüllt ist, wem ich etwas erzählen möchte, und: Was meine nächsten konkrete Schritte sein werden, mich oder etwas zu ändern. Ich bin mal gespannt, was mein Träger davon umsetzen wird. Aber er hat ja den ganzen Tag Zeit sich Gedanken darüber zu machen. 

Nachdem mein Träger mich wieder aufgesetzt hat, geht es nun weiter nach Padrón. Eine wunderbare Kirche, in denen es wieder einen Stempel ins Pilgerheft gibt. Wir sehen den Stein, an dem das Schiff festmachte, in dem der Apostel Jakobus nach Spanien gebracht wurde. Sehr beeindruckend. Die Vorfreude meines Trägers auf Santiago ist kaum mehr zu bremsen. Weiter trägt er mich an der Kirche Iria Flavia vorbei nach Escravitude. Wieder ein Stempel, kurze Rast, alle freuen sich nur noch auf das Ziel. Was ist denn das? Mein Träger steckt Jesus ein. Nein, nicht den Gottessohn, den trägt er schon im Herzen, sondern die gleichnamige Coladose. 

Fast alle Träger laufen nun zusammen. Eine wunderbare Landschaft. Alle sind aufgeregt, die letzten Kilometer scheinen sie fast durch den Wald und die kleinen Orte zu schweben auch wenn die Füße schwer werden. Francesco zieht daher schon das Laufwerkzeug aus und geht barfuß über Asphalt und Stein, wir als Rucksäcke geben die letzten Wasservorräte ab. Es ist sehr warm. 

Wir würden ja alle gerne etwas leichter sein, damit die nicht soviel zu schleppen haben, aber so ist es nun einmal. Der Träger Vincenzo ist nicht mehr zu halten, er läuft als sei das ganze Römerheer hinter ihm her, wir können ihn kaum einholen. Wollen wir doch gerne zusammen am Ziel einlaufen, weil es uns guttut zusammen zu sein. Die Straßen werden breiter, wir treffen wieder so viele bekannte und neu befreundete Menschen. Die Häuser werden höher, der Verkehr dichter, noch eine Steigung. Mein Träger Martin hat das Verbot bekommen von der letzten Steigung zu sprechen, weil doch sicher noch eine weitere kommt, also heißt es von jetzt an: es ist vor der letzten Steigung.... jetzt, einbiegen in die Fussgängerzone, der Lärm und der Trubel scheinen kaum zu stören, der Blick nur noch nach vorne, wir werden als Rücksäcke alle miteinander kräftig durchgeschüttelt und dann: Da ist sie: DIE KATHEDRALE! Wir werden einfach nur noch auf den Boden geworfen, während alle Träger sich mit so dicken Tränchen in den Armen liegen. Sie habenes geschafft und wir unsere Schuldigkeit getan.... 

Juan geht mit den Trägern gleich in Pilgerbüro, um die Compostela abzuholen. Wir als Ruckäcke sind wieder mit Wasser gefüllt worden und dürfen mit. Wir stehen in der Schlange, das wird dauern, sicherlich eine Stunde, wenn nicht länger. Plötzlich, die Träger sind alle erstaunt,  kommt ein Mann von der Security mit Juan. Nein, er hat nichts verbrochen, er kennt ihn nur. Das ist nichtsungewöhnliches, den halb Galizien kennt Juan. Wir werden direkt in Pilgerbüro getragen, und jetztgeschieht wieder etwas bewegendes: Juan trägt plötzlich das Shirt der Voluntarios, das türkis des Hemdes strahlt uns über den Schalter entgegen. Er stellt uns die Compostela aus. Wieder treibt das den Trägern die Rührungstränen ins Gesicht. Unser Guide übergibt uns die Compostela selbst. Aber wir als Rucksäcke dürfen sie nicht bekommen, die Gruppe hat beschlossen sie mit derPost nach Deutschland zu schicken, damit die nicht knicken. Das ist ja auch gut so, denn für Dokumente sind wir nicht geschaffen. Wir sind dafür da, die Lasten zu tragen und unsere Träger zu unterstützen. Die machen sich jetzt einen wunderbaren und lustigen Abend. Was sie erlebt und worüber sie alles scherzten wissen wir nicht, und das richtig.  Das soll in Spanien bleiben.... 

Michael 

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Kath. Pfarrei Sankt Margareta
Sieringstr. 1
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